E-Scooter gehören längst zum Straßenbild. Sie sind praktisch, schnell verfügbar und besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen beliebt. Gleichzeitig zeigen die Unfallzahlen und die Erfahrungen aus dem täglichen Einsatz: Unkenntnis, Leichtsinn und technische Manipulationen können schnell zu gefährlichen Situationen führen.
Genau hier setzt die Präventionskampagne „E-Scooter? Nur mit Plan. Regeln kennen. Sicher ankommen.“ des Polizeipräsidiums Südhessen an.
Nachdem bereits am 22. Juli rund 80 Vertreterinnen und Vertreter aus Polizei, Ordnungsämtern und Stadtpolizeien an der ersten Fortbildungsveranstaltung teilgenommen hatten, folgte heute der zweite Termin. Insgesamt 130 Kolleginnen und Kollegen waren dabei.
Gemeinsam handeln – Prävention, Kommunikation und Kontrollen verbinden
Polizeipräsident Christian Vögele begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und machte deutlich, wie wichtig ein gemeinsames Vorgehen von Polizei, Kommunen und weiteren Partnern für die Verkehrssicherheit ist.
Anschließend stellten Florian Sauerwein, Fachbereich Medien und Kommunikation, und Ralf Drexelius, Leiter E45 Verkehrsprävention, den Präventionsteil der Kampagne vor. Dabei ging es nicht nur um die Frage, was kontrolliert werden muss, sondern vor allem darum, wie Jugendliche, Eltern und Bürgerinnen und Bürger erreicht werden können. Kommunen spielen dabei eine wichtige Rolle: Mit Präventionsveranstaltungen, direkter Ansprache, Social Media, Plakatierungen und weiteren Kommunikationsmaßnahmen können die Botschaften der Kampagne unmittelbar vor Ort sichtbar werden.
Die Botschaft ist klar: Prävention und Kontrolle gehören zusammen. Wer Regeln verständlich vermittelt, schafft Verständnis. Wer Verstöße konsequent kontrolliert und ahndet, sorgt gleichzeitig dafür, dass diese Regeln auch ernst genommen werden.
Wenn aus dem E-Scooter plötzlich ein „schnelleres“ Fahrzeug wird
Für den fachlichen Teil rund um Recht, Technik und Manipulation war erneut André Wanko, Spezialist für E-Scooter-Recht und Tuning, dabei.
Er beantwortete zahlreiche Fragen aus der Kontrollpraxis und zeigte auf, worauf Einsatzkräfte bei technischen Veränderungen und Manipulationsverdacht achten müssen.
Besonders praxisnah wurde es mit Markus Grischy und seinem mitgebrachten Prüfstand. Dort können E-Scooter bei entsprechendem Verdacht auf ihre tatsächliche Geschwindigkeit überprüft werden.
Damit wurde aus Theorie unmittelbar Praxis: Was auf dem Papier nach einer technischen Veränderung klingt, lässt sich bei einer Kontrolle auch konkret überprüfen.
Ein gemeinsames Signal für Südhessen
Die beiden Veranstaltungen haben gezeigt, dass das Interesse an einer gemeinsamen Strategie groß ist. Polizei, Ordnungsämter und Stadtpolizeien stehen bei E-Scootern vor denselben Herausforderungen.
Mit der Kampagne „E-Scooter? Nur mit Plan. Regeln kennen. Sicher ankommen.“ setzt das Polizeipräsidium Südhessen deshalb auf ein abgestimmtes Vorgehen:
informieren – sensibilisieren – kontrollieren – konsequent handeln.
Denn Verkehrssicherheit entsteht nicht allein durch Kontrollen. Sie entsteht dort, wo Prävention, Kommunikation auf Augenhöhe und konsequentes Handeln ineinandergreifen.