Drei Kinder in Warnwesten laufen gefolgt von einem Beamten des Regionalen Verkehrsdienstes Lahn-Dill (RVD) über einen Fußgängerüberweg. Die Fußgängerampel zeigt das grüne Männchen, auf der anderen Straßenseite warten bereits andere Kinder mit einer Mitarbeiterin des RVD.

Mobilitätstraining für mehr Inklusion im Straßenverkehr

Besonderer Aktionstag des Regionalen Verkehrsdienstes an der Budenbergschule Haiger

Die sichere Navigation durch den Straßenverkehr kann für Kinder eine anspruchsvolle Aufgabe sein. Für junge Menschen mit Handicap stellt sie jedoch oft eine noch weitaus komplexere Herausforderung dar. Gefahren müssen rechtzeitig erkannt, eingeschätzt und entsprechend gehandelt werden. An der Haigerer Schule am Budenberg, einer Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen sowie einer Abteilung für körperliche und motorische Entwicklung, werden Schülerinnen und Schüler vom 1. bis zum 10. Schuljahr beschult. Etwa 85% von ihnen werden täglich zuhause mit Kleinbussen abgeholt und in Gruppen bis zur Schule sowie danach wieder bis vor die eigene Haustür gebracht, wodurch es ihnen häufig an wertvoller Praxiserfahrung im Straßenverkehr fehlt.

Um dort anzusetzen und die Selbstständigkeit der Kinder im Straßenverkehr zu stärken, veranstaltete die Budenbergschule gemeinsam mit dem Regionalen Verkehrsdienst Lahn-Dill (RVD) am Dienstag, 24. März 2026, einen Aktionstag für die Grund- und Mittelstufenklassen. Dabei präsentierte der RVD verschiedene Stationen zum Bereich Verkehr und Polizeiarbeit, die die Kinder spielerisch in Kleingruppen erkundeten.

Einen wesentlichen Teil des Tages bildete ein praxisnahes Training direkt im Verkehrsraum. Bei einem Unterrichtsgang liefen die Schülerinnen und Schüler ausgestattet mit Warnwesten und begleitet von zwei Mitarbeitenden des RVD einen von ihrer Schule ausgehenden Weg innerhalb Haigers ab. Unter fachkundiger Anleitung übten sie dabei das sichere Überqueren der Fahrbahn, die Nutzung der Fußgängerampel, das Verhalten an der Straße und an unübersichtlichen Ein- und Ausfahrten. Währenddessen wurden sie dafür sensibilisiert, sich im Straßenverkehr achtsam, ruhig und vorausschauend zu verhalten.

Das Wissen der Kinder zum Überqueren eines Fußgängerweges wird abgefragt. Mehrere Kinder melden sich, um die Frage des Beamten zu beantworten. Die Gruppe befindet sich am Rand einer Straße vor einem Fußgängerüberweg.

Parallel dazu erwarteten die Gruppen auf dem Platz vor der Schule verschiedene Themenstationen. Auf dem Fahrer- und Beifahrersitz eines kleinen LKW konnten die Schülerinnen und Schüler beispielsweise praktisch erlernen, was ein toter Winkel ist und welche Risiken dieser birgt. Im hinteren Teil des LKW befanden sich zudem eine Reihe von verschiedenen Verkehrsschildern und andere Verkehrsutensilien, in denen die Kinder stöbern und zu denen sie Fragen stellen konnten.

An einer weiteren Station informierte eine Beamtin über den Umgang mit E-Scootern. Diese werden bei Jugendlichen aktuell immer populärer, erfordern jedoch, gerade angesichts stark steigender Unfallzahlen, ein besonders umsichtiges Verhalten im Straßenverkehr. Da die Nutzung eines E-Scooters erst ab einem Alter von 14 Jahren erlaubt ist, müssen sich die meisten Kinder der Budenbergschule, die an diesem Tag am Verkehrssicherheitstraining teilnahmen, noch gedulden, bis sie die Roller legal im öffentlichen Raum führen dürfen. Eine frühzeitige Aufklärung über die korrekte Handhabung sowie die potentiellen Risiken ist jedoch wichtig, um Schülerinnen und Schüler frühzeitig für Gefahren zu sensibilisieren.

Ein Junge sitzt auf dem Fahrersiotz eines kleinen LKW und erlernt auf praktische Weise, worum es sich bei dem toten Winkel handelt. Beamte des Regionalen Verkehrsdienstes und andere Kinder befinden sich um den LKW herum.

Auch standen ein kleines und ein großes Polizeifahrzeug für eine Besichtigung der Kinder bereit. Diese stellten zahlreiche Fragen zu den Einsatzwagen, testeten Blaulicht und Funk aus, ließen lustige Durchsagen über den Hof schallen und zeigten sich insgesamt sehr interessiert am Geschehen. Stolz nahmen sie zum Abschluss ihre Fußgängerausweise sowie ein passendes Lineal und einen Leitfaden für E-Scooter-Regeln entgegen. Über die Verkehrserziehung hinaus stand das gegenseitige Kennenlernen im Mittelpunkt. 

Ein Mädchen sitzt auf dem Fahrersitz eines Einsatzfahrzeugs, ein Mitarbeiter des Regionalen Verkehrsdienstes Lahn-Dill sitzt auf dem Beifahrersitz und erklärt das Fahrzeug.

Der Aktionstag bot den Kindern die Chance, ungezwungen mit der Polizei in Kontakt zu treten. In entspannter Atmosphäre konnten die jungen Teilnehmenden Vertrauen aufbauen und all ihre Fragen direkt an die Beamten richten.

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